Kaffeegenuss – Industrielle Herstellung und Röstung

Industriell gerösteter Kaffee besitzt etwa 200 verschiedene Aromen / Geschmacksstoffe. Traditionell gerösteter Kaffee dagegen entwickelt nach dem Rösten bis zu 800 ! Geschmacks- und Wirkstoffe.

Auch wenn uns die Industrie einreden will, dass man Kaffee, wenn er Vakuumverpackt ist, fast ewig aufbewahren kann, ist das nicht richtig. Kaffee verliert in den ersten 2-3 Wochen nach dem Rösten den Großteil seines Aromas.

Kaffee sollte behandelt werden, wie andere Frischeartikel auch. Nach dem Rösten sollte er innerhalb drei Wochen aufgebraucht werden.

Gut Kaffeeproduzenten beschränken sich darauf, das Beste aus den Kaffeebohnen zu machen, und man braucht diesen daher nicht vakuumverpacken. Er ist stets frisch geröstet und hat nach etwa 3 Wochen immer noch mehr Aroma als jeder Kaffee, den Sie aus dem Supermarkt kennen.

Natürlich können Sie den Kaffee danach auch noch genießen, aber der besondere Genuss der den Unterschied macht ist dann weg. Wer einmal frischen Kaffee probiert hat, wird den Unterschied selbst feststellen.

Die Bohne macht den Kaffee aus!
Die Bohne macht den Kaffee aus!

Die unterschiedlichen Röstverfahren:

Der Rohkaffee wird in eine Siebtrommel gefüllt, die per Heißluftstrom mit etwa 170 – 250 °C beheizt wird (je nach Sorte und Zustand des Rohkaffees). Da die Bohnen im Röster ständig in Bewegung sind, ist eine gleichmäßige Röstung bei optimaler Wärmeentwicklung gewährleistet.

Nach ca. 6 Minuten kommt es zum Aufknacken der Bohnen, dem so genannten „crack“. Dabei vergrößern sich die Bohnen um ca. ¼ ihres Volumens. Nun erfolgt bei gleichbleibenden Wärmeverhältnissen die Phase des „Entfaltens“, also der Ausdehnung der Bohnen. Diese dauert ca. zwei Minuten.

Wenn der richtige Röstgrad erreicht ist (das benötigt viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl des Rösters), wird Röstgut mittels kaltem Luftstrahl ca 3 min lang abgekühlt, damit sich die Poren der Bohne schnell schließen und das volle Aroma erhalten bleibt. Durch die lange Röstzeit (Gesamtzeit Röstvorgang etwa 20 Minuten) wird das Kerninnere besser durchgeröstet, als bei Industrieller Röstung.

Industrielle „Turboröstung“

Bei diesem Verfahren wird der Kaffee ebenfalls in einem „Heißluftstrahl“ geröstet. Da die Bohnen im Röster ständig in Bewegung sind, ist eine gleichmäßige Röstung bei optimaler Wärmeentwicklung gewährleistet.

Nach Ende des Röstvorganges wird der Kaffee aus dem Röster (in ca. zwei Sekunden) gleichmäßig auf ein ringförmiges Kühlsieb gebracht. Der Kühlvorgang dauert etwa zwei Minuten. Insgesamt dauert die Röstzeit etwa vier bis sechs Minuten pro Charge Rohkaffee (150 Kilogramm) bei einer Rösthitze von ca 560 Grad Celsius.

Es gibt anstelle Chargenweise auch Durchlaufverfahren, hierbei beträgt die komplette Röstzeit nur noch ca dreieinhalb Minuten. Die einzelne Kaffeebohne wird nicht mehr langsam auf (niedrige) Temperatur gebracht, es geht nur darum, möglichst schnell die Braunfärbung und das Aufknacken der Bohnen zu erreichen. Der Geschmack bleibt dabei natürlich auf der Strecke.